Photoduino-LogoEigentlich wollte ich mir mal nen Camera Axe als Fototrigger zulegen. Die machen aber etwas Problemchen beim Liefern außerhalb der USA. Zumindest gibt es da wohl relativ häufig Probleme. Vor einiger Zeit bin ich dann auf das Photoduino-Projekt aufmerksam geworden. Mit Atmels AVR-Controllern befasse ich mich schon einige Jährchen, mal mehr mal weniger intensiv. Und vor einiger Zeit bin ich auf das Arduino-Projekt gestoßen, was mir in Richtung Einfachheit, Modularität und Nachbausicherheit für einige Projekte sehr entgegen kommt. Warum also nicht eine Lösung in Form eines Arduino-Shields als Fototrigger? Der Photoduino-Bausatz (Photoduino Shield 3.0 Kit) wurde bestellt.

Den Bausatz und dessen Funktion werde ich nicht im Detail beschreiben, das kann man alles im Photoduino-Wiki nachlesen. Meine Gedanken zum Gerät und dessen Aufbauanleitung möchte ich aber gern weitergeben.

Generell muss man sagen, das die bebilderte Aufbauanleitung sehr gut ist. Wer in der Lage ist den Lötkolben am richtigen Ende anzupacken, der sollte das Gerät problemlos aufbauen können. Einige Punkte in der Anleitung und der Konstruktion finde ich aber unsinnig.

  • Als Erstes sollen die Stiftleisten für den Arduino und die Sensorbuchsen eingelötet werden. Ich rate dazu mit den flachen Bauteilen (Widerstände, Dioden, IC’s etc.) anzufangen und die Buchsen und Stiftleisten erst später einzusetzen. Man kommt dann deutlich besser an die flachen Bauteile beim Verlöten ran. Man bestückt eigentlich immer beginnend mit den flachen Bauteilen hin zu den Höheren. Da die Baugruppe erst komplett bestückt und dann in Betrieb genommen wird gibt es auch keinen Grund für eine abweichende Teilbestückung.
  • Die Lötpads der Widerstände sind sehr klein ausgelegt. Größere Pads wären für ungeübte Nachbauer besser zu verlöten. Platz ist genügend auf der Platine vorhanden. Und bei anderen Bauteilen (Dioden, Kondensatoren) geht’s doch auch.
  • Die Lötpads für die Widerstände sollten eine Rastereinheit weiter auseinander liegen. die bei mir mitgelieferten Widerstände musste ich direkt am Gehäuse sehr scharf abkanten und mit Kraft durch die Bohrlöcher ziehen, damit die Widerstände flach auf der Platine aufliegen. Auch hier wieder: Platz wäre reichlich vorhanden.
  • Positiv ist, das man durch die mitgelieferte Frontplatte auch alle unmöglichen Stellen (LCD-Kontrastregler, Batterie-Klemmleiste) erreichen kann, an die man eigentlich nie wieder ran muss. Negativ ist, das man an die Flash-Jumper, an die man vielleicht ab und zu mal ran muss, nur rankommt wenn man die Frontplatte abbaut. Die Jumper hätte man wenigstens so legen können dass sie seitlich durch die offene Gehäuseseite erreichbar sind.
  • Wirklich jedes Bedienteil sitzt auf der Photoduino-Shield-Platine. Außer dem Ein-/Aus-Schalter. Warum nicht auch der? dann könnte man problemlos andere Batteriepacks verwenden.
  • Warum muss man als Batterie einen 9V-Block verwenden? Die Arduino-Boards laufen sicher ab 7V, Minimum sind 6V. Da hätte man doch auch einen Battariehalter für 6x AA-Zellen vorsehen können. Erstens sind die bei Fotografen, die viel Blitzen (also durchaus typischen Photoduino-Nutzern) meist sowieso reichlich vorhanden und zweitens hätte man dann auch deutlich längere Laufzeiten als bei den doch recht kleinen 9V-Blocks.
  • Das Gehäuse könnte rechts einige Millimeter länger sein. Alternativ könnte das Arduino-Board ein Stück weiter links unter dem Photoduino-Shield sitzen. So wie das Gerät jetzt aufgebaut ist steht rechts die USB-Buchse über das Gehäuse hinaus. Überstehende Buchsen sind immer blöd und neigen dazu irgendwann irgendwo hängen zu bleiben und Schaden zu nehmen.
  • Die mitgelieferten Gummifüße sind vorbildlich, eine halb so hohe Variante wäre aber mehr als ausreichend gewesen.

Im Großen und Ganzen ist der Photoduino eine gute Sache. Einzelne Details könnten noch besser gelöst werden. Auch ein das Gerät komplett umschließendes Gehäuse wäre da eine deutliche Verbesserung.

Markiert in:                    

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.