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Warum eigentlich?

Eigentlich bin ich garnicht der Typ, der immer gleich das neueste Betriebssystem installieren muss. Ich klebe nicht ewig an alten Versionen, aber die ersten großen Macken dürfen gerne andere rausfinden. Ich brauche die Büchse ja zum Arbeiten. Auf die letzte macOS-Version bin ich erst bei Erscheinen von Version 18.3 umgestiegen, ne Runde vorher sogar erst bei 17.4 oder 17.5. Diesmal ist aber irgendwie alles anders…

Das neue Liquid Glass Design wird ja schon seit dessen Vorstellung reichlich und kontrovers diskutiert. Als ich mir damals die Keynote angesehen hatte war mein Eindruck damals: Sieht garnicht mal so übel aus. Aber erst mal abwarten, wie die Umsetzung in der Praxis aussieht. So wirkliche K.O.-Kriterien tauchten da aber in den letzten Monaten nicht auf. Auch seit der finalen Freigabe von macOS 26, iOS 26 & Co. ist es relativ ruhig in den Internetforen, sogar in der Apple Support Community selbst. Klar läuft da mehr als sonst, aber da gabs ganz andere Updates, wo es deutlich mehr schepperte. Und die meisten Probleme scheinen das Design zu betreffen. Technische Probleme, dass irgendwas nicht funktioniert, sind relativ selten.

Und dann gibt es da noch dieses eine Ding, was mich schon seit einem ganzen Jahr juckt: Letztes Jahr hat Apple auf iOS die neue Journal-App eingeführt. Quasi ne Tagebuchlösung, die mir aber sehr zusagt. Nicht zu überladen, gut strukturiert und bedienbar, genau richtig. Wobei es mir weniger um ein echtes Tagebuch, sondern mehr um die Verwaltung von Erinnerungen an Events, Urlaube, etc. geht. Nun fotografiere ich aber eben weniger mit dem iPhone, sondern mit der großen Kamera incl. Nachbearbeitung. Auch sonst passiert Bilder sichten und sortieren eher am Mac. Das Ganze dann in die Journal-App auf dem iPhone zu bekommen war immer blöder Aufwand. Und genau das geht jetzt deutlich einfacher, weils die Journal-App endlich für ziemlich viele Apple-Betriebssysteme (nicht für watchOS und nicht für tvOS, wobei ich Letzteres echt bedaure und da noch auf Nachschub hoffe) gibt, inclusive iCloud-Abgleich! Man kann also endlich am Mac das Journal füttern und hat einfach immer alles dabei.

Nach einigem Überlegen habe ich es dann einfach mal gewagt und das Update von macOS 18.7 Sequoia auf macOS 26 Tahoe durchgezogen. Das Update selbst lief relativ zügig und ohne Probleme. Ach ja, ich habe noch nen relativ „altes“ Macbook Pro M1pro mit 10 CPU-Kernen, 16 Grafikkernen und 16GB Hauptspeicher. Also auch damals die ziemlich kleinste Variante des Macbook Pro.

Erster Eindruck

Läuft. Ohne grundlegende Mucken. Ohne Ruckeln. Also eigentlich, wie es sein soll.

Was gefällt?

Auch wenn Liquid Glass auf den ersten Blick bisschen Blinki-Blinki aussieht muss man Apple zugestehen, dass eben nicht nur die Icons aufgehübscht wurden, sondern man sich wirklich viele Gedanken zum UI-Design gemacht hat und in dem Zuge auch viele alte Baustellen beseitigt und relativ einheitliche Bedienkonzepte in alle eigenen Apps gebracht hat. Gerade bei Erinnerungen, Notizen und Kontakten ist mir das sehr positiv aufgefallen. Auch die Musik-App gefällt mir deutlich besser, wobei ich nicht so recht sagen kann warum eigentlich. Allerdings ist das neue AudioMix (automatische Überblendungen beim Abspielen) sehr angenehm.

Ansonsten scheinen auch die meisten Third-Party-Programme mit dem neuen OS kein Problem zu haben oder wurden schon sehr gut darauf vorbereitet. Meine wichtigsten Werkzeuge (Adobe Lightroom Classic, Photoshop, Lr/Timelapse, DaVinci Resolve, Spark Mail, …) laufen bisher alle ohne Probleme.

Was gefällt weniger?

  • Die Darstellung der inaktiven Tabs in Safari, Finder, etc. (Tabs schlecht unterscheidbar) ist gewöhnungsbedürftig. Mal sehen wie sehr das in der Praxis stört.
  • Die Office-Apps (Pages, Number, Keynote) von Apple sind noch nicht auf das neue Liquid Glass Design umgestellt worden und wirken bisschen wie nen Fremdkörper. Da schiebt Apple hoffentlich bald entsprechende Updates nach.
  • Das runde Design aller Buttons und vieler weiterer Bedienelemente wie Eingabefelder, etc. Auch die runden Ecken der Programme sind so ein Ding. Durch die starken Rundungen geht viel Platz verloren. In beiden Fällen wäre es aus meiner Sicht besser gewesen die Rundungen kleiner zu halten und nur an den Ecken anzubringen. So verschenkt man viel Platz und schränkt gerade bei Buttons die Icondesigner stark ein.

Was stört?

  • Wenn man in Safari die Seitenleiste einblendet werden nicht nur die Tabgruppen aufgelistet, sondern auch die offenen Webseiten der aktuellen Tabgruppe. Diese wird immer als Liste aufgeklappt, sobald man die Tabgruppe auswählt. Warum? Und warum kann ich das nicht abschalten? Ich will dort nur die Tabgruppen sehen, keine langen Seitenlisten.
  • Karten/Journal: Warum sind die Buttons zum Ein-/Auszoomen in der Kartenansicht mal links unten und mal rechts unten? Hier wäre auch mehr Einheitlichkeit wünschenswert.
  • Der neue App-Starter wirkt nicht ausgereift. Man kann die Größe nur vertikal anpassen und nicht horizontal. Gemerkt werden sich die Fensteranpassungen auch nicht. Auch gibt es hier sehr viele Überschneidungen mit der Spotlightsuche, die die Suchergebnisse nur etwas anders präsentiert. Eigentlich hätte man hier das Ganze gleich zu einer zentralen Suche mit einheitlicher Präsentation zusammenfassen können. Zumal, wenn man der App-Starter abbricht, auch noch das Spotlight-Suchfeld angezeigt wird. Also liegt vielleicht doch schon irgendwie Spotlight dahinter?
  • Ergänzend zum vorherigen Punkt hätte man auch das bisherige Launchpad noch optional weiter anbieten können, bis die neue Lösung wirklich rund ist. Das scheint auch in den Internetforen eines der Hauptthemen zu sein, dass das Launchpad so gnadenlos wegrationalisiert wurde.

Richtige Probleme

So wirklich ernsthafte Probleme gibt es hier bei mir eigentlich keine.

  • Ice, welches ich zum Menüleisten-Management nutze, kackt ab und zu mal ab. Ok, nicht kritisch, wahrscheinlich gibts bald nen Update, was das fixt.
  • Im Finder wird bei eingebundenen Wechselmedien (wie bei mir pCloud Drive oder div. Installer) ein falsches Icon (das von DXO PureRAW) angezeigt. Ok, muss man mal schauen woran das liegt. Da es immer das gleiche Icon ist, egal was eingebunden wurde, liegt das Problem vielleicht bei den Diensten von PureRAW. Im Endeffekt ein rein optisches Problem.

Fazit

Zusammenfassend würde ich sagen, dass Apple mit dem Redesign der ganzen GUIs auf nem guten Weg ist, es aber eben auch noch ein paar offene Baustellen gibt. Klar, über den optischen Eindruck lässt sich vortrefflich streiten. Aber das kann man ja bei jeder Designänderung. Und tun wir ja quasi auch immer…

Ansonsten scheint das System als Solches stabil zu laufen und auch die Probleme mit Third-Party-Programmen halten sich bisher sehr in Grenzen.

Nachtrag

Apple hat relativ zügig macOS Tahoe 26.0.1 als Bugfix-Release freigegeben und zumindest das Fehlverhalten im neuen App-Starter und das falsche Icon bei eingebundenen Wechselmedien sind schon mal weg.

macOS 26 Tahoe – Ein erster Eindruck
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