Apple-LogoSo, nun habe ich das MacBook seit ca. 6 Wochen im Einsatz, Zeit für ein kleines Fazit.

Ich wollte erst eine der typische Pro- und Contra-Aufstellungen machen, aber eigentlich macht das keinen wirklichen Sinn. Vieles ist subjektiv, vieles ist nicht wirklich Pro oder Contra sondern einfach so wie es ist. Im Großen und Ganzen läuft alles stressfrei. Ernsthafte, unlösbare Probleme gibt es nicht.

Für meinen uralten Canon Selphy CP-530-Drucker gibt es keine Treiber mehr für das aktuelle MacOS “El Capitan”, weder von Apple noch von Canon. Da sieht es aber auf anderen aktuellen Betriebssystemen nicht besser aus. Das GutenPrint-Projekt bietet einen passenden Treiber an, das muss ich aber erst noch in einer ruhigen Minute testen. Sonst ist dann wohl doch mal ein neuer Drucker fällig.

Das man nur einen einzigen USB-Port am Gerät hat ist nicht störend, für mich ist das im normalen Tagesgeschäft ausreichend. Etwas nervig ist allerdings die Tatsache, dass dies ein USB-C-Port ist und man ohne Adapter quasi kein Gerät angeschlossen bekommt. Apple ist hier wieder mal technischer Vorreiter, was ich prinzipiell gut finde. Leider scheinen andere Hersteller die neue Schnittstelle erst sehr, sehr langsam in ihre Produkte zu integrieren. Zumindest ist das Angebot an Geräten mit USB-C-Anschluß momentan noch sehr dünn. Aber das wird sich sicher in den nächsten Jahren verbessern und in einigen Jahren werden die alten USB-Ports die Exoten sein. Das haben wir ja beim Wechsel von serieller und paralleler Schnittstelle auf USB genauso erlebt. Was ich dann allerdings wirklich nicht verstehe ist, das Apple selbst neue Geräte wie die neue Magic Mouse II nur mit einem exotischen Lighting-Port ausrüstet, obwohl hier für die reine Lade-Aufgabe ein USB-C-Port vollkommen ausreichend wäre und die Aufgabe genauso gut erfüllen würde. So braucht man wieder ein zusätzliches Kabel, was man mitschleppen muss. Liebe Firma Apple, dass könnt Ihr doch besser! Ok, wahrscheinlich ist das dann nächstes Jahr das neue Killer-Feature der Magic Mouse III….

Softwaretechnisch fehlt mir eigentlich (fast) nichts. Ich hatte vor einigen Jahren, als ich noch primär mit Linux unterwegs war, mal eine Aufstellung meiner genutzten Applikationen gemacht und verglichen auf welchen Plattformen diese bzw. entsprechende Alternativen verfügbar sind. Damals hat es mich wirklich überrascht das die Verfügbarkeit auf der Mac-Plattform am Größten war. Bei näherer Betrachtung wird auch schnell klar, warum das so ist. Viele große, kommerzielle Softwarelösungen werden schon lange sowohl für Windows als auch für MacOS entwickelt und sind damit verfügbar. Als Apple vor einigen Jahren MacOS X komplett neu entwickelt und dabei auf einen Unix-Unterbau gestellt hat war es nur ein kleiner Schritt diverse Unix- und Linux-Applikationen auf den Mac zu portieren. Das Angebot ist also wirklich riesig. Trotzdem fehlt mir momentan noch was: Ein wirklich komfortaber, leistungsfähiger Texteditor. Ich bin da zugegebenermaßen mit Notepad++ sehr verwöhnt. UltraEdit für MacOS könnte meine Wünsche evtl. alle erfüllen, mal sehen ob ich mir den dann doch noch gönne.

Ist die Apple-Wiese nun grüner? Ich würde sagen, das grün ist anders, aber nicht unbedingt grüner. Wobei man da noch zwischen der Hardware und dem Betriebssystem unterscheiden muss.

Zur Hardware gibt es nicht viel zu sagen, zumindest nichts was nicht schon Andere ausgiebig durchgekaut hätten. Das Design ist aus meiner Sicht schlicht und durchdacht. Kein überflüssiger Schnickschnack, alles sehr funktional. Allerdings ist Apple beim Minimalismus manchmal etwas übers Ziel hinaus geschossen, wenigstens eine separate LED für die Ladeanzeige hätte man dem Gerät noch spendieren können. Auch das es gar keine Möglichkeit des Hardware-Resets gibt ist meiner Meinung nach nicht gut. Bei meinen anfänglichen Problemen mit dem Gerät konnte ich das hängende MacBook nicht komplett zurücksetzen und musste immer warten bis der Akku leer war.

Die Leistung des Gerätes ist für meine Zwecke (primär surfen, schreiben) mehr als ausreichend. Auch für gelegentliche fotografische Aufgaben reicht die Leistung locker. Die Bearbeitung von RAWs meiner EOS 5D III geht in Lightroom und Photoshop sehr flüssig und ohne Ruckeln. Selbst bei der Bearbeitung von 50MP-Mittelformat-RAWs kam es nicht zu Stockungen oder zum Ruckeln.

Die Akku-Laufzeit im normalen Betrieb ist grandios. Bei anderen Herstellern hat sich da zwar auch viel gebessert, aber ich kenne kein anderes Modell, mit dem man mit einer Ladung locker über den ganzen Tag kommt. Wobei man dabei allerdings darauf achten muss welche Applikationen man einsetzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, das z.Bsp. Google Chrome dank einiger ständig laufender Hintergrundprozesse ein echter Stromfresser ist. Der in MacOS integrierte Safari-Browser scheint da deutlich besser auf mobile und damit stromsparende Nutzung optimiert zu sein.

Das Steckerladegerät mit dem abziehbaren und damit auch separat nutzbaren USB-Kabel ist sehr kompakt. Wobei hier erfreulicherweise auch andere Notebook-Hersteller in den letzten Jahren begriffen haben das Netzteile nicht unbedingt Ziegelsteinformat haben müssen und die zugehörigen Kabel durchaus flexibler sein können als ein 10KV-Starkstrom-Anschluß.

Die neu entwickelte Tastatur empfinde ich als sehr angenehm, für ein Notebook sind die Tasten sehr groß und damit gut zu benutzen. Was etwas nervt ist die ungewohnte Lage mancher Tasten und Sonderzeichen. Hier könnte Apple mal den gleichen Mut zum Designwechsel an den Tag legen wie an anderen Stellen und das Tastaturlayout mal an übliche Standards anpassen. Warum das @ auf einer Apple-Tastatur auf dem L liegen muss und nicht wie beim Rest der Welt auf dem Q wird sich mir wohl nie erschließen.

Das Touchpad ist so gut, das ich zwar noch eine Maus habe, diese aber kaum nutze. Ich hatte berufsbedingt in den letzten Jahren sehr viele Notebooks der verschiedensten Hersteller unter den Fingern. Bezüglich des Touchpads können sich da wirklich alle eine Scheibe bei Apple abschneiden.

Zum Betriebssystem gibt es nicht ganz so viel zu sagen. Es tut was es soll, es stellt eine Plattform für die auszuführenden Applikationen bereit. Mein Eindruck ist, dass die Bedienung, vor allem der GUI, an viele Stellen durchdacht und rund ist. Das können Andere aber mittlerweile auch. Sei es KDE aus dem Open-Source-Umfeld oder auch Microsoft. Ja, auch die haben mit Windows 8 und 10 viel dazu gelernt und besser gemacht. Die Unterschiede werden kleiner, das Betriebssystem spielt immer mehr eine untergeordnete Rolle.

Einen Vorteil, den Apple da aber sicher hat und der sich auch definitiv positiv bemerkbar macht: Hardware und Betriebssystem sind sehr gut aufeinander abgestimmt.

Würde ich mir wieder ein MacBook kaufen? Momentan ja, denn es erfüllt ziemlich genau meine aktuellen Anforderungen. Ob das in ein paar Jahren auch noch zutrifft kann ich nicht sagen, auch weil andere Hersteller ihre Geräte auch weiter entwickeln.

Würde ich anderen empfehlen sich ein MacBook zu kaufen? Wenn es deren Anforderungen erfüllt würde ich zumindest dazu raten sich das mal näher anzusehen. Entscheiden muss das trotzdem jeder für sich selbst.

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2 thoughts on “6 Wochen MacBook – ein Zwischenbericht

  • 25. März 2016 um 17:40
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    Hi! Danke für den Erfahrungsbericht. Ich bin schon sehr erstaunt, dass Photoshop mit so großen Dateien flott auf dem Gerät läuft. Da macht Apple schon einen guten Job.
    Achja, gelandet bin ich hier, weil ich Seiten gesucht habe, die mit Koken gebaut wurden. Ich möchte dieses Produkt evtl. auch einsetzen. Wie ist Deine Erfahrung damit.
    Ich möchte einfach ein paar Fotos mit wenig Aufwand präsentieren. Mit Joomla hatte ich eine Seite, aber die ist jetzt mehrmals gehackt worden. Und ich habe keine Zeit, mich ständig damit zu beschäftigen. Daher ist meine Seite auch gerade offline.

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    • 28. März 2016 um 22:26
      Permalink

      Hallo Thomas,

      schau halt hier: http://fotos.vieledinge.de

      Läuft bei mir soweit stressfrei. Man muss sich halt am Anfang etwas einarbeiten und etwas mit den Konzepten von Koken befassen, dann ist das Ganze relativ einfach zu nutzen. Ich befülle die Seite direkt aus Lightroom via Plugin, habe also in Koken selbst, außer mal ein paar Updates einzuspielen, relativ wenig zu tun.

      LG Uwe

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