Lightroom-LogoVor einigen Tagen hatte ich ja schon geschrieben, das ich gerade im großen Wechselfieber bin. Mittlerweile ist der Umstieg weitestgehend vollzogen. Zu den Unterschieden zwischen Linux und Windows will ich mich nicht weiter auslassen. Da kann sich jeder selbst eine Meinung bilden. Im Endeffekt sind beides Betriebssysteme, also “nur” die Ausführungsplattform für die eigentlichen Arbeitstools.

Ein paar Worte möchte ich aber noch zum Umstieg von Aftershot auf Lightroom schreiben. Mittlerweile habe ich meine kompletten Bildbestände nach Lightroom umgezogen. Da Bibble bereits mit dem Sprung von Bibble 4 auf 5 massiv an der RAW-Engine gedreht hatte und sich das auch noch in Version 5 hin zog ist man es ja gewöhnt, das die alten Entwicklungseinstellungen nicht mehr passen. Hier tut mir also der Umstieg auf Lightroom und damit der Verlust der alten Einstellungen nicht sonderlich weh.

Die wichtigsten Daten, die Verschlagwortung meiner Bildbestände, lässt sich erfreulicherweise relativ einfach nach Lightroom übernehmen. Es genügt in Aftershot Standard-XMPs zu allen Bildern erzeugen zu lassen. Diese kann Lightroom beim Import problemlos lesen und die Schlagworte übernehmen.

Was leider beim Import verloren geht ist die bisherige Bennenung meiner Bilder-Ordner. Lightroom kann hier zwar problemlos pro Datum separate Ordner erzeugen, wie ich dies bisher in Aftershot auch genutzt habe. Die manuell vergebenen Namen fallen aber erst mal weg. Diese musste ich nachträglich wieder manuell in Lightroom eintragen. Etwas aufwändig, aber dafür eine gute Gelegenheit wieder einmal die Altbestände etwas auszumisten. (Nachtrag: Über die Synchronisation von vorhandenen Ordnern hätte man das evtl. eleganter lösen können, aber so habe ich wenigstens wieder mal ordentlich ausgemistet. Den Plattenplatz freut es….)

Was mir an Lightroom gefällt:

  • Stabilität. Ich habe es jetzt einige Wochen sehr intensiv genutzt und dabei mal eben ca. 35.000 Bilder importiert und zum Teil bearbeitet. Bisher ist mir dabei das Programm kein einziges Mal abgestürzt. Selbst bei intensiver Auslastung (z.Bsp. beim Rendern von Vorschaubildern) wurde das Programm nicht bis zur Unbedienbarkeit ausgebremst.
  • Die Interaktion und Integration in das Dateisystem ist meiner Meinung nach an vielen Stellen besser und kompletter gelöst als bei Aftershot.
  • Die Farb-Interpretation der RAW-Files (Canon, was Anderes habe ich nicht) ist meiner Meinung nach deutlich besser umgesetzt als bei Aftershot. Im Gegensatz zu Aftershot kämpfe ich deutlich weniger mit Farbstichen und Ausbrüchen im Rot-Kanal.
  • Die Entrauschungsfunktionen von Lightroom können im Ergebnis durchaus mit NoiseNinja aus Aftershot mithalten. In manchen Situationen dürfte das Ergebnis sogar besser sein.
  • Die Auswahlwerkzeuge zum Ziehen auf dem Bild, z. Bsp. bei den Kanalwerten für Luminanz, usw. empfinde ich als sehr hilfreich.
  • Die Möglichkeit eigene Kameraprofile einzubinden. Wobei die mitgelieferten Profile schon sehr hilfreich sind.
  • Die Zuweisung von Schlagworten finde ich deutlich eleganter umgesetzt als in Aftershot. Vor allem das mir bei der Eingabe Vorschläge unterbreitet werden.
  • Komplettes Geotagging innerhalb von Lightroom, sowohl via GPS-Tracker-Logs als auch via Google Maps! Besser gehts kaum.
  • Ein wirklich umfangreiches Drucksystem incl. Softproofing.
  • Sammlungen sind eine tolle Sache sich bestimmte Bilder einfach mal für spätere Aktionen zu merken.
  • Smart-Sammlungen als quasi statische Filter sind auch eine nette Sache.
  • Neben einem permanenten Entwicklungsprotokoll kann man mit den Schnappschüssen sich bestimmte Entwicklungsstände eines Bildes merken.
  • Die Synchronisierungsfunktionen für die Übertragung von Einstellungen und Metadaten zwischen den Bildern sind meiner Meinung nach eleganter gelöst als in Aftershot.
  • Mal eben bei der Presetauswahl die Auswirkung des Presets unter dem Mauszeiger als Vorschau im Navigatorfenster zu sehen ist fast schon genial.

Was mir weniger gefällt:

  • Eine leistungsfähiger Bereichskorrektur-Funktion fehlt noch. In Lightroom 4 sind hier schon einige Funktionen vorhanden. Mit der kommenden Version 5 kommt da noch einiges dazu. Von den Möglichkeiten her noch nicht ganz so umfangreich wie bei Aftershot, aber das was geht liefert sehr gute Ergebnisse.
  • Beim Import kann ich nur ein Metadaten-Preset zuordnen lassen. Bei Aftershot konnte ich hier mehrere Presets zuweisen. Ok, kann man relativ einfach lösen indem man sich mehrere passende Presets anlegt. Ist ein wenig mehr Verwaltungsaufwand, aber eben auch ein bisschen nervig. Gleiches gilt übrigens für die Entwicklungs-Presets.
  • Beim Import können Dateien zwar nach allen möglichen Varianten umbenannt werden, nur meine favorisierte Variante (Original-Dateinamen, aber Zähler auf 5-stellig erweitert) geht mit Lightroom-Bordmitteln gerade nicht. Dafür setze ich jetzt Bulk Rename Utility ein, der auch das Kopieren der Bilder von der Speicherkarte erledigt. Quasi übernimmt es alle Funktionen der Download-Funktion in Aftershot.
  • Das man beim Beschneiden von Bildern nicht den Rahmen auf dem Bild sondern das Bild hinter dem Rahmen hin und her schieben muss nervt mich extrem. Bei alle anderen mir bekannten Programme mit ähnlicher Funktionalität schiebt man den Rahmen auf dem Bild.
  • Lightroom kennt für einige meiner Objektive keine Korrekturprofile. Canons Objektivpalette scheint ziemlich komplett vertreten zu sein, nur mein EF 400/5,6 USM scheint man bei Adobe nicht zu kennen.
  • Was ich wirklich vermisse ist die Möglichkeit der freien Definition der Tastatur-Shortcuts.

In Summe sind es nicht mal unbedingt die großen Unterschiede, sondern eher die vielen Kleinigkeiten, die das Leben mit Lightroom angenehmer erscheinen lassen als mit Aftershot. Auch wenn es an einigen Stellen noch etwas Verbesserungspotenzial gibt.

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One thought on “Von Aftershot zu Lightroom

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