Bibble-LogoKommen wir zu einem Thema, welches in diversen Foren im World Wide Web sehr gerne, umfangreich und kontrovers diskutiert wird. In den Foren gibt es zu dem Thema nie ein eindeutiges, endgültiges Ergebnis. Und auch ich werde hier keine Lösung für alle Fälle nennen können. Ich werde meinen Lösungsansatz vorstellen und begründen warum ich dies so und nicht anders mache. Im Endeffekt muss aber jeder für sich und seine Anforderungen den passenden Ansatz wählen.

In allen Versionen vor Bibble 5 konnte man nur Dateien bearbeiten, die im Dateisystem in Ordnern abgelegt sind. Dies geht mit Bibble 5 immer noch. Wer nicht katalogisieren möchte kann also weiter arbeiten wie bisher.

Neu in Bibble 5 ist die Möglichkeit seine Bilder in Kataloge zu laden. Dabei werden die Bilddateien komplett durch Bibble in einem datenbankbasierten Katalogsystem verwaltet. Wahlweise kann beim Import entschieden werden ob auch die Bilddateien in den Katalog übernommen werden sollen oder nur Verweise auf die Bilddateien, die dann am aktuellen Speicherort bestehen bleiben müssen.

Innerhalb der Kataloge werden die Bilder in Katalogordnern abgelegt, welche erst mal die gleichen begrenzten Strukturierungsmöglichkeiten bieten wie Ordner im Dateisystem: Man kann dem Ordner einen Namen geben.

Womit wir auf das Problem der Dateiverwaltung in Ordnern kommen: Man kann dem Ordner eben nur genau einen Namen geben. Wenn man seine Bilder nur sehr grob kennzeichnen will mag das ausreichend sein. Nehmen wir mal als Beispiel den letzten Ostsee-Urlaub. Der Ordnername könnte da dann zum Beispiel „Urlaub Ostsee“ lauten, und da packt man dann alle Bilder dieses Urlaubes rein. Nun war man eventuell während dieses Urlaubes im Vogelpark Marlow. Wenn man nun später Bilder aus dem Vogelpark sucht wird man diese nur finden wenn man sich daran erinnert das man diesen ja während des besagten Ostsee-Urlaubes besucht hat und die Bilder also in diesem Ordner liegen müssen. Man könnte andererseits schon beim Ablegen der Bilder noch einen Hinweis auf den Vogelpark in den Ordnernamen mit aufnehmen. Der Ordner könnte dann zum Beispiel „Urlaub Ostsee Vogelpark Marlow“ lauten. Wenn man nun bedenkt das man in dem Urlaub eventuell noch weitere Orte besucht hat, dann erschließt sich recht schnell warum der gewählte Weg, diese Hinweise alle in den Ordnernamen zu packen, nicht sonderlich praktikabel ist:

  • Die Ordnernamen werden sehr schnell sehr lang.
  • Innerhalb des Ordners befinden sich dann viele Bilder, die jeweils nur zu einen Teil zum entsprechenden konkreten Ereignis gehören.

Nun könnte man ja hergehen und unter dem Ordner „Urlaub Ostsee“ weitere Ordner zur Strukturierung anlegen, wie „Vogelpark Marlow“, etc. und die Bilder dort entsprechend getrennt ablegen. Dies behebt die Probleme aber nur teilweise.

  • Die langen Ordnernamen werden lediglich durch lange Ordnerstrukturen ersetzt.
  • Innerhalb des Ordners lassen sich die Bilder nicht weiter strukturieren.

Letzteres könnte man zwar wiederum durch weitere Ordner zu lösen, was im Extremfall zu einem Ordner pro Bild führen könnte. In unserem angenommenen Fall könnte man dann zum Beispiel noch einen Ordner „Flugshow“ unterhalb von „Vogelpark Marlow“ anlegen. Und darunter dann noch „Adler“, „Uhu“, etc. Praktikabel ist das sicher nicht. Und was ist wenn später einzelne Bilder weitere Kennzeichnungen hinzugefügt werden sollen? Oder wenn Bilder gar mehreren Ordnern bzw. Kennzeichnungen zugeordnet werden sollen?

Die Lösung unserer Probleme heißt Schlagwörter. Schlagwörter lassen sich beliebig frei definieren und einzelnen Bildern zuordnen. Dabei gibt es keine Einschränkungen bezüglich der Anzahl und Kombination verschiedener Schlagwörter pro Bild. In unserem angenommenen Fall würde man also die Bilder wie am Anfang beschrieben in einen Ordner „Urlaub Ostsee“ importieren und dort dann die restlichen Kennzeichnungen als Schlagwörter den einzelnen Bildern zuordnen. Ein Bild eines Adlers während der Flugshow würde folgende Schlagwörter erhalten: „Vogelpark“, „Marlow“, „Flugshow“, „Adler“.

Wenn man nun ein Bild sucht kann man in den Katalogen einfach nach einem oder mehreren Schlagwörtern suchen lassen, ohne das man wissen muss in welchen Ordnern die Bilder liegen. Falls man später die Kennzeichnung der Bilder erweitern möchte kann man einfach weitere Schlagworte hinzufügen. Mit den gezeigten Möglichkeiten kann man sich relativ einfach Bildarchive aufbauen, in denen man später bei Bedarf sehr schnell die gesuchten Bilder findet.

Zum Schluss wie versprochen mein konkreter Ablauf:

Zuerst werden die Bilder von der Speicherkarte auf den Rechner geladen. Dabei werden die Bilddateien aufgrund des Aufnahmedatums in den EXIF-Daten in separate Ordner kopiert, so dass pro Kalendertag ein Ordner erzeugt wird. Außerdem lasse ich dabei die Bildnummer im Dateinamen von 4-stellig auf 5-stellig erweitern, da ich für alle Fälle gern eindeutige Dateinamen haben möchte. Die erste Stelle in der Dateinummer wird durch einen von mir vorgegebenen Wert ergänzt, welchen ich beim Überlauf des Bildzählers in der Kamera manuell erhöhen muss. Ich verwende für diese Aktionen Rapid Photo Downloader, welches allerdings nur unter Linux zur Verfügung steht. Für Windows und MacOS gibt es sicher ähnliche Programme.

Als Nächstes werden die Bilder in Bibble importiert, wobei ich die Bilddateien in den Katalog kopieren bzw. verschieben lasse. Hierbei lasse ich wiederum aufgrund des Aufnahmedatums in den EXIF-Daten innerhalb des Kataloges Ordner für Jahr und Monat erzeugen. Im eigentlichen Ordnernamen steht dann ebenfalls das Aufnahmedatum und die Eventbezeichnung. In unserem Beispiel wäre die Ordnerstruktur dann folgendermaßen:

JHJJ \ MM \ JHJJ-MM-TT – Urlaub Ostsee

Das Datum wird dabei im umgekehrten Format geschrieben, damit die Ordner in der richtigen Reihenfolge chronologisch aufsteigend angezeigt werden. Die Einsortierung in die übergeordneten Ordner Jahr und Monat bewirkt das die aufgeklappten Ordnerbäume nicht übermäßig groß und damit unübersichtlich werden.

Zusätzlich lasse ich bereits beim Import generell gültige Schlagwörter eintragen, hier wären dies „Urlaub“ und „Ostsee“. Außerdem wird bei allen Bildern über die RAW-Vorgabeeinstellungen das violette Etikett und die ITPC-Fotografen-Daten gesetzt.

Damit ist der Import abgeschlossen. Jetzt werden die Bilder gesichtet, aussortiert und entwickelt. Beim Entwickeln erfolgt dann auch die restliche Verschlagwortung. In unserem Beispiel würde ich folgende Schlagworte ergänzen: „Vogelpark“, „Marlow“, „Flugshow“, „Adler“ sowie noch weitere Schlagworte wie die konkrete Artenbezeichnung sowohl in deutsch als auch lateinisch. Generell sollte man hier so viele Schlagwörter wie möglich vergeben, dies erleichtert die spätere Suche.

Das gesetzte Farbetikett dient mir dazu die Übersicht zu behalten welche Bilddateien ich noch fertig entwickeln und verschlagworten muss. Sobald dies erfolgt ist wird das Etikett entfernt.

Damit ist die Verschlagwortung im Normalfall abgeschlossen.

Bibble bietet die Möglichkeit Schlagwörter und Schlagwortgruppen fest zu definieren und diese per Klick zuzuweisen. Ich nutze diese Möglichkeiten nicht, da mir der Verwaltungsaufwand aufgrund vieler wechselnder Schlagwörter zu hoch ist. Ich trage die Schlagwörter einfach von Hand ein. Dabei erleichtere ich mir die Arbeit indem ich im Bildbrowser mehrere identisch zu verschlagwortende Bilder zusammen auswähle und in einem Rutsch kennzeichne. Außerdem lasse ich manchmal beim Import alle in Frage kommenden Schlagworte auf alle Bilder setzen und entferne später nur die überflüssigen Schlagworte bei den einzelnen Bildern.

Für bestimmte Zwecke (Picasa, etc.), welche Informationen aus ITPC-Feldern nutzen, setze ich je nach Bedarf noch einzelne ITPC-Werte. Wenn beim Export der Bilder die Option „ITPC einbetten“ aktiviert ist werden dabei unsere vergebenen Schlagwörter ebenfalls als ITPC-Keywords eingetragen.

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