Bibble-LogoIn der ersten Übung möchte ich zeigen, wie man aus einem „normalen“, richtig belichteten Bild ein vorzeigbares Ergebnis erstellt. “Normal” und richtig belichtet bedeutet hier, das wir eine durchschnittliche Tageslicht-Aufnahme vor uns haben, bei der das Histogramm des Bildes weder in den Schwarz-Werten absäuft noch in den Weiß-Werten ausreißt. Dazu verwende ich die Datei sample01.crw aus meinen Beispielbildern. Dazu muss ich als Erstes in Bibble den Dateisystemordner auswählen, in dem die Datei liegt und dort das Bild im Bildbrowser (F8, Miniaturansicht-Modus) auswählen. Das sollte jetzt in etwa so aussehen:

Damit man die vorgenommenen Änderungen besser beurteilen kann erstellen wir als Nächstes eine Version des Bildes, an der wir die Änderungen vornehmen. Die Originalversion lassen wir unangetastet. Dies erfolgt durch die Einfg-Taste oder via Kontextmenü auf dem Bild. Jetzt haben wir zwei Versionen des gleichen Bildes und die neue Version ist ausgewählt:

Mit F6 kommen wir die Bildansicht und können nun mit der Entwicklung beginnen.

Schauen wir uns das Bild erst einmal an. Im Großen und Ganzen ist das Bild als solches erkennbar. Ein Blick auf das Histogramm verrät uns das weder am dunklen Ende (links) Bildteile im schwarz absaufen als auch keine bzw. kaum Bildteile am hellen Ende (rechts) weiß überstrahlen, da kaum weiße Bildteile vorhanden sind. Um dies besser erkennen zu können empfehle ich die Clipping-Warnung zu aktivieren (Taste W). Mit eingeschalteter Clipping-Warnung sollten in den Häuserfronten kleine Bereiche markiert werden, die weiß überstrahlen.

Als erster Schritt sollte nun der Weißabgleich angepasst werden. Im gezeigten Bild finde ich den von der Kamera gelieferten Weißabgleichswert passend, weshalb ich ihn nicht ändere.

Allerdings wirken die Farben noch relativ flau, die dunklen Bereiche wirken zu hell, die hellen Bereiche zu dunkel. Dies können wir durch Zuweisen einer entsprechenden Tonwertkurve ändern. Dazu wechseln wir auf den Reiter „Farbe“ und aktivieren den Bereich „Kurven zuweisen“. Zu Details des Kurven-Werkzeuges sei hier auf das Bibble-Handbuch verwiesen.

Durch Anfassen und Ziehen der weißen Linie weisen wir dem Bild nun eine leichte S-Kurve zu. Dabei klicke ich zuerst auf den Mittelpunkt der weißen Linie. Der entstandene Kurvenpunkt dient nur dazu eine Art Drehpunkt zu definieren. Die entstandenen beiden Hälften der Linie decken nun jeweils die dunkleren Töne (links) und helleren Töne (rechts) ab. Nun klicken wir im linken Teil der Linie wiederum die Mitte an, halten die Linie fest und ziehen sie leicht nach unten. Dadurch werden die dunkleren Töne etwas dunkler. Gleiches machen wir mit dem rechten Teil der Linie, ziehen diesen aber nach oben. Die hellen Töne werden nun heller dargestellt. Das Ergebnis sollte in etwa so aussehen:

Die Farben wirken jetzt schon kräftiger, allerdings sind die dunklen Töne immer noch etwas zu hell, Schwarztöne wirken eher grau. Außerdem überstrahlen die Weißwerte etwas mehr als vorher (Schiff, Häuserfronten), was uns aber momentan nicht stören soll. Da kümmern wir uns später drum, zunächst geht es den Schwarztönen an den Kragen.

Dies können wir auch noch im Kurven-Werkzeug erledigen und die Tonwerte entsprechend spreizen. Die Tonwertspreizung erfolgt über die schwarze und weiße Pfeilspitze an der Unterkante des Kurven-Werkzeuges, welche jeweils den Ausgabe-Schwarzpunkt und Ausgabe-Weißpunkt festlegen. Die dargestellte Kurve stellt dabei die im Bild vorhandenen Farbtöne von schwarz (links) bis weiß (rechts) dar. Der Bereich zwischen den beiden genannten Pfeilspitzen ist der Farbbereich, der im Bild ausgegeben wird, wobei der gewählte Bereich über den kompletten Farbbereich von schwarz bis weiß verteilt wird. Der gewählte Bereich wird also auf den ganzen Farbbereich aufgespreizt.

Wir benötigen hier nur den Regler für den Ausgabe-Schwarzpunkt und ziehen diesen bis an den linken Rand des Histogrammes heran. Dadurch legen wir fest, das die dort vorhandenen Farbwerte als schwarz dargestellt werden sollen. Hier das Ergebnis:

Die dunklen Bereiche wirken jetzt deutlich natürlicher, die flauen Farben werden kräftiger dargestellt. Allerdings könnte das Bild doch noch etwas knackiger, kontrastreicher wirken. Also drehen wir mal den Kontrast (Reiter Standard, Bereich Basiskorrekturen) auf +40 hoch:

Das Bild ist nun grundlegend so wie ich es haben möchte. Allerdings gibt es noch einige Kleinigkeiten zu korrigieren. Da wären zum Beispiel die weiß überstrahlten Bereiche im Schiffsrumpf und den Häuserfronten. Dies kann man über den Spitzlichter-Regler (Reiter Standard, Bereich Basiskorrekturen) korrigieren, 10 sollten hier ausreichen. Das Ergebnis können wir dank aktiver Clipping-Warnung sofort kontrollieren:

Im direkten Vergleich ist dabei festzustellen, das nicht nur die überstrahlten Bereiche korrigiert wurden sondern auch die hellen Bereiche im Himmel leicht abgedunkelt wurden. Dies liegt daran das die entsprechende Korrektur der hellen Bereiche natürlich auf das ganze Bild wirkt. Im konkreten Fall stört dies nicht, da ich später den Himmel sowieso noch leicht abdunkeln möchte. Bei anderen Bildern könnte man über die betroffenen Bereiche eine Auswahlebene legen und nur in dieser Auswahl die Spitzlichter-Korrektur anwenden.

Für meinen Geschmack könnten die Farben noch etwas kräftiger, leuchtender sein. Bibble bietet hierfür die Regler Sättigung und Virbance (beide Reiter Standard, Bereich Basiskorrekturen) an. Die Unterschiede zwischen beiden kann man im Bibble-Handbuch nachlesen. Persönlich bevorzuge ich Vibrance, also diese rauf auf +10:

Die Vignettierung des Objektives sorgt für leicht abgedunkelte Ecken. Dies kann man über die Vignettenkorrektur (Reiter Detail, Bereich Linsenkorrektur) ausgleichen lassen. Ich aktiviere diese und setze die Intensität auf +20:

Bleibt als letzter Schritt die Verbesserung der Detail-Kontraste: Das Schärfen (Reiter Standard, Bereich Basiskorrekturen). Hierbei handelt es sich nur um das grundlegende Schärfen des Bildes, nicht um das ausgabespezifische Nachscharfen beim Export. Ich setze hier meistens einen Standardwert von 100, beim konkreten Bild liefert ein Wert von 300 bessere Ergebnisse, was wohl an der großen Detailmenge liegt, die durch den höheren Schärfungsgrad auch ein wenig „weggeschärft“ wird.

Nun ist unser Bild soweit fertig.

Wie schon weiter oben geschrieben möchte ich den Himmel noch etwas abdunkeln und etwas blauer haben. Dazu habe ich mir eine neue Ebene erzeugt und in dieser mit dem Polygon-Cursor den Himmelsbereich markiert. Danach habe ich in diesem Bereich die Sätting auf +50 erhöht:

Wer nun im Bilderbrowser sowohl die Ausgangsversion als auch die fertige Version gleichzeitig markiert (Strg gedrückt halten) und mit F6 wieder in die Bildansicht springt kann beide Versionen direkt miteinander vergleichen. Diese Mehrfachansicht funktioniert auch beim Bearbeiten, da auch hier die Einstellungen immer nur auf das markierte Bild angewandt werden. Man sieht die Unterschiede also sofort.

Die Versionierung der Bearbeitungsschritte kann man natürlich noch weiter treiben und nach jedem Schritt eine neue Version erzeugen und mit dieser weiter arbeiten. Bei den hier gezeigten Schritten sieht das im Bildbrowser dann so aus:

Dadurch kann man jederzeit beliebige Schritte und deren Ergebnisse miteinander vergleichen.

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