VirtualBox-LogoWer viel mit virtuellen Maschinen arbeitet, die manchmal auch schon einige Jahre auf dem virtuellen Computer-Buckel haben, der kennt sicher das Problem: Die virtuelle Platte ist voll! Was also tun? Klar ist, das ein größeres virtuelles Medium her muss. VirtualBox bringt hier von Hause aus ein Kommandozeilentool (VBoxManage) mit, welches die Größe des Mediums vergrößern kann. Allerdings vergrößert dies nur das Medium selbst, das enthaltene Dateisystem wird nicht angepasst. Im Netz findet man einige Beschreibungen, wie man das Dateisystem unter Nutzung diverser System-Tool-CDs (Clonezilla, SystemRescueCD) vergrößern kann. Aber eigentlich geht das alles auch viel einfacher und eleganter.

Wie schon beschrieben ist der KDE Partitionmanager ein sehr leistungsfähiges Werkzeug für die Bearbeitung von Partitionen. Und deshalb kommt er auch hier wieder zum Einsatz. Und damit die virtuellen Medien als Festplatte angesprochen werden können müssen sie in einer virtuellen Maschine angesprochen werden. Wir brauchen also eine virtuelle Umgebung, in der der KDE Partitionmanager zur Verfügung steht. Dies kann entweder eine virtuelle Maschine auf Basis einer Kubuntu-Live-CD (bzw. dem entsprechenden ISO-Image) sein oder auch eine reguläre virtuelle Maschine auf Basis Kubuntu. Es geht natürlich auch jede andere Linux-Distribution, in der der KDE Partitionmanager verfügbar ist. Ich nutze eine virtuelle Maschine auf Basis Kubuntu, weil die sowieso schon vorhanden war.

In dieser virtuellen Maschine wird nun zuerst das virtuelle Medium eingebunden, welches vergrößert werden soll. Dabei ist zu beachten, das man für das virtuelle Medium den gleichen Gerätecontroller mit den gleichen Einstellungen verwendet wie in der virtuellen Maschine, in der das Medium normalerweise verwendet wird.

Nun erzeugt man ein neues virtuelles Medium in der gewünschten Zielgröße, welches man ebenfalls wie das alte virtuelle Medium in die virtuelle Maschine einhängt. Auch dieses Medium muss an den gleichen Gerätecontroller mit identischen Einstellungen eingebunden werden.

Nun haben wir alles vorbereitet und können die virtuelle Maschine starten. Wenn das virtuelle System hochgefahren ist starten wir den KDE Partitionmanager und sollten dort nun zwei zusätzliche Laufwerke bzw. Geräte finden: das alte, belegte virtuelle Medium und das neue, leere virtuelle Medium.

Da das neue, leere virtuelle Medium noch vollkommen leer ist müssen wir hier als Erstes eine neue Partitiontabelle erzeugen über das Menü “Gerät/Neue Partitiontabelle”.

Nun kann es richtig los gehen. Man geht auf das alte, belegte virtuelle Medium und wählt die zu übernehmede Partition aus. Nun kann diese über das Menü “Partition/Kopieren” für das Kopieren vorgemerkt werden. Als Nächstes wird auf dem neuen, leeren virtuellen Medium der nicht belegte Bereich ausgewählt und die zu kopierende Partition über das Menü “Partition/Einfügen” erzeugt. Im sich jetzt öffnenden Dialog muss nun die neue Partitiongröße festgelegt werden.

Dies erfolgt durch Ziehen des rechten Randes der einzufügenden Partition mit gedrückter Maustaste bis ganz nach rechts. Danach sollte wie im folgenden Screenshot der freie Platz und nach der Partition jeweils 0 sein.

Nun das Ganze mit Ok bestätigen und über das Menü “Bearbeiten/Anwenden” den eigentlichen Verarbeitungsprozess starten. Die Partition wird nun kopiert und auf die neue Größe angepasst. Dies kann je nach System und Partitiongröße einige Minuten dauern.

Der eigentliche Prozess der Vergrößerung des virtuellen Mediums ist damit abgeschlossen. Falls bei der Quellpartition spezielle Flags wie bootfähig, etc. gesetzt waren, so werden diese nicht mit kopiert und müssen noch manuell bei der neu erzeugten Partition gesetzt werden. Das wars dann aber wirklich.

Nun kann die laufende virtuelle Maschine beendet und die beiden virtuellen Medien wieder aus der Konfiguration ausgehangen werden. In der ursprünglichen, regulären virtuellen Maschine kann nun das alte virtuelle Medium entfernt und dafür das neue, vergrößerte virtuelle Medium eingehangen werden. Dabei ist auf die korrekte Reihenfolge der virtuellen Medien zu achten, falls mehrere Medien verwendet werden.

Je nach verwendeten Betriebssystem in der virtuellen Maschine (speziell Windows) kann es vorkommen das beim nächsten Start des Systems ein Dateisystemcheck durchgeführt wird bzw. das neue virtuelle Medium als neues Gerät erkannt und zum System-Neustart aufgefordert wird.

Markiert in:        

One thought on “VirtualBox: Virtuelle Medien elegant vergrößern

  • 16. November 2011 um 13:48
    Permalink

    Das ist eine schöne Anleitung. Ich habe gerade nach einer solchen gesucht, da die virtuelle Festplatte in der Virtualbox bei mir voll ist. Bevor ich mich selber daran versuche und noch etwas kaputt mache, habe ich genau nach so einem Beitrag gesucht. Ich werde mich an deine Anleitung halten. Hoffentlich klappt es bei mir. Vielen Dank.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.