HDD-LogoIm Zuge der der schon beschriebenen Umstellung auf Kubuntu habe ich dann gleich noch die große Hardwarekeule ausgepackt und die Platten im Notebook gewechselt. Bisher werkelten da eine WD1600BEVS mit 160GB und eine WD5000BEVT mit 500GB. Aufgrund meines Fotohobbys waren die Platten schon wieder fast randvoll, weshalb mehr Plattenplatz her musste. Erfreulicherweise gibt es seit einigen Wochen von Samsung mit der HN-M101MBB SpinPoint M8 endlich eine SATA-Platte mit 1TB und 9,5mm Bauhöhe, so dass sie in normale Notebooks passt. Damit war die erste Austauschplatte also gefunden. Eigentlich hätte ich damit die alte 500GB-Datenplatte ersetzen können und die Platzprobleme wären für die nächste Zeit erledigt gewesen. Andererseits bietet die neue Platte so viel zusätzlichen Platz, das man manches von der 160GB-Platte da mit drauf packen könnte und somit der benötigte Platz für die Systemplatte noch kleiner würde. Der “Rest” ist dann so wenig, das man mit einer relativ kleinen und damit günstig bezahlbaren SSD auskäme. Nachdem mir das Thema SSD schon länger durch den Kopf geht und dies bisher immer am Platzproblem bzw. bei entsprechenden Größen am Preis gescheitert war habe ich nun relativ schnell zugeschlagen. Der passende Wunschkandidat war relativ schnell gefunden: Cruical m4 mit 160GB.

Über den eigentlichen Umbau und das Kopieren der Daten will ich gar nicht viel erzählen, das ist nichts Weltbewegendes und eher uninteressant. Ein paar Hinweise und Gedanken zum Thema SSD seien mir jedoch gestattet.

Neuen Speicher braucht der Rechenknecht ..

Generell bin ich nicht der ängstliche Typ und auch der Meinung das Technik einfach zu funktionieren hat. Dementsprechend habe ich relativ wenig Wert darauf gelegt möglichst viel von der SSD weg zu optimieren. Das Ding ist zum Datenspeichern da und wird deshalb einfach dafür genutzt. In meinem Netbook werkelt seit über einem Jahr eine kleine SSD ohne Probleme, bei der absolut nichts besonders konfiguriert wurde. Dort habe ich einfach Ubuntu mit Standardeinstellungen installiert. Einige wenige, aus meiner Sicht sinnvolle Punkte habe ich jedoch hier bei meinem Notebook trotzdem beachtet. Hierbei sei auf ein gutes Tutorial im aptosid-Blog verwiesen.

  • Formatierung: Wie im verlinkten Artikel beschrieben sollte eine SSD mit solchen Blockgrößen formatiert werden, das der Garbage Collector jeweils immer ganze Blöcke löschen/freigeben kann. Leider ist es mir mit dem KDE Partitionmanager nicht gelungen eine entsprechende Blockgröße einzustellen. Im Gegenteil, der KDE Partitionmanager hat sogar bei der Ausführung von anderen Aktionen (Label setzen, Bootflag setzen) die Blockgröße immer wieder auf 63 geändert. Man sollte also die SSD möglichst nur mit fdisk auf der Kommandozeile partitionieren und den entsprechenden Kommandozeilentools die Partitionen formatieren.
  • Ich habe die SSD in drei Partitionen für das root-Dateisystem, /home und Swap aufgeteilt. Wobei Swap hier primär als schnelle Partition für den Suspend-to-Disk-Modus gedacht ist.
  • Als Dateisystem habe ich ext4 gewählt. Das ist ausgereift und hat entsprechende Optimierungen für SSDs.
  • Die Partitionen auf der SSD sind mit entsprechenden mount-Optionen (noattime, ….) zur Reduzierung der Schreibzugriffe (Datei-Zugriffszeitstempel) und Ansteuerung des Garbage-Collectors eingehangen.
  • Den Kernel-Scheduler habe ich für das Gerätedevice der SSD (sdb) auf den noop-Modus geschaltet.
  • Das Swap-Verhalten habe ich via vm.swappiness=20 etwas defensiver eingestellt. Genug RAM ist ja vorhanden.
  • Beim Systemstart wird der apt-Paketcache geleert (apt-get clean), um unnötige Paket-Dateien zu löschen.

Momentan überlege ich noch, ob ich /tmp und den Browser-Cache in den RAM lege, da dies zwei Verzeichnisse sind die sehr intensiv geschrieben werden. Und schneller als im RAM gehts dann wohl sowieso nicht mehr.

Zum Schluss noch ein paar Performance-Vergleichswerte HDD vs. SSD:

Samsung HN-M101MBB SpinPoint M8 1TB:

root@laptop:~# hdparm -Tt /dev/sda
/dev/sda:
 Timing cached reads:   5548 MB in  2.00 seconds = 2780.11 MB/sec
 Timing buffered disk reads: 284 MB in  3.00 seconds =  94.55 MB/sec

Cruical m4 160GB SSD:

root@laptop:~# hdparm -Tt /dev/sdb
/dev/sdb:
 Timing cached reads:   5880 MB in  2.00 seconds = 2946.06 MB/sec
 Timing buffered disk reads: 740 MB in  3.00 seconds = 246.39 MB/sec

Der Geschwindigkeitsunterschied ist schon recht beachtlich, wobei man hier noch beachten muss das die SSD noch
schneller die Daten liefern könnte, aber mein Notebook leider noch kein SATA-III unterstützt.

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2 thoughts on “Neue Platten braucht das Land: SSD einrichten unter Linux

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