Ubuntu-LogoNachdem Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex ja nun schon einige Wochen freigegeben ist und ich gestern abend ein wenig Zeit hatte war ich so mutig endlich mal das Update meines Acer Aspire 7720G anzugehen. Ne aktuelle Datensicherung hatte ich sowieso vor dem gerade beendeten Urlaub gemacht, also konnte es gleich losgehen. Das Update wurde via Paketmanager gestartet. Der Download lief ohne Probleme, das Einspielen der neuen Pakete im Wesentlichen auch. Ein paar Änderungen an Config-Files wollten bestätigt werden, das wars aber auch schon. Neustart.

Als erste Änderung ist festzustellen das beim Booten bzw. auf den virtuellen Terminals offensichtlich kein Framebuffer mehr genutzt wird. Nachdem der bei mir beim Booten sowieso immer Probleme machte (schwarzer Schirm, da offensichtlich der interne und externe Grafikport verwechselt werden) kann ich da gut mit leben.

Beim Starten wurde bemängelt, das sich der fglrx-Dienst nicht starten ließe. Ein erneutes Installieren des ATI-Closed-Source-Treiberpaketes hat dieses Problem behoben.

Unerfreulicher ist da schon das auch wieder mein altes Problem mit den vertauschten Screens des X-Servers vorhanden ist. Und momentan konnte ich das auch noch nicht lösen. Der erste Screen landet immer auf dem externen Monitor, wo er nicht hin soll. Ärgerlich. Nach langer Suche bin ich dann auf die Idee gekommen die ursprünglich genutzte Umschaltung mit

aticonfig --swap-screens=on

via

aticonfig --swap-screens=off

rückgängig zu machen. Und es funktioniert. Zu erwähnen sei hierbei das das Auskommentieren der entsprechenden Parameter in der xorg.conf nicht ausreicht! aticonfig scheint das noch irgendwo anders abzulegen.

Nach dem ersten Anmelden war keine WLAN-Verbindung verfügbar. Dafür leuchtet mit dem neuen Kernel die WLAN-Taste meines Notebooks jetzt genauso wie unter Windows. Laut ifconfig ist der WLAN-Port allerdings eingerichtet und aktiv. Der grafische Netzwerkkonfigurator kennt das WLAN interessanterweise überhaupt nicht. Deaktivieren und Reaktivieren des WLAN via Tastendruck hat das Problem behoben, plötzlich lief das WLAN. Wahrscheinlich war vorher keine verschlüsselte Verbindung möglich. Da werde ich wohl nochmal die beim Start zu ladenden Kernel-Module prüfen müssen, da der Effekt bei jedem Neustart erneut auftritt. Übrigens leuchtet die WLAN-Taste jetzt nicht nur wie unter WIndows, sie blinkt genauso nervig bei jedem Datentransfer. IMHO ein sehr schönes Beispiel dafür das man nicht jeden Scheiß eins zu eins übernehmen muss.

Der Rest scheint soweit erst mal rund zu laufen, zumindest konnte ich keine weiteren Probleme feststellen. Lediglich die integrierte Webcam scheint immer noch nicht unterstützt zu werden. Ok, bisher bin ich auch ohne sie ausgekommen.

Das Platten-Mount-Applet erkennt offensichtlich jetzt bereits eingehangene Systempartitionen und zeigt diese nicht mehr als Wechselmedium an. Sehr schön das das endlich korrigiert wurde.

Unschön finde ich das jetzt in Gnome für Shutdown/Suspend/etc. und Logout/Userswitch/etc. in zwei separate Funktionen gesplittet wurden. Bisher hat dafür ein Button auf dem Panel gereicht, jetzt braucht es zwei. Für Computerneulinge mag das ja übersichtlicher sein, mich nervt es nur.

Auch sonst sind die funktionellen und optischen Änderungen eher wieder sehr marginal ausgefallen. Nautilus hat einige interessante Fortschritte gemacht. Der Rest geht irgendwie unter. In den letzten Jahren habe ich immer mehr den Eindruck gewonnen das bei Gnome von Release zu Release immer ein paar Sachen anders gemacht werden und das wars dann auch schon. Und mit anders meine ich nicht unbedingt besser. Wirkliche Weiterentwicklung ist für mich nicht zu erkennen. Darüber kann auch der laufende Austausch einiger halbfertigen Applikationen durch andere halbfertige Applikationen nicht hinwegtäuschen.

Fazit: Ich bin mir nicht sicher ob das Update wirklich eine gute Idee war oder ob es nicht besser gewesen wäre bei Hardy Heron zu bleiben. Momentan habe ich davon kaum einen Nutzen und dafür wieder einen Haufen Probleme an der Backe. Und was Gnome angeht werde ich wohl doch wieder mal einen Blick auf KDE werfen. Vielleicht kann ich mich damit ja doch noch anfreunden…

Markiert in:            

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.